Damit die StadtBahn pünktlich fahren kann, sollte sie so wenig wie möglich zwischen den Haltestellen anhalten müssen. Dafür sind an den meisten Krezungen sogenannte Vorrangschaltungen in die Ampelschaltungen integriert, welche eine herannahende Stadtbahn rechtzeitig registrieren, die passende Phase schalten und dann wieder in ihren normalen Umlauf zurück schaltet. Was früher mittels Infrarotempfängern an Fahrzeugen und fest installierten Punkten entlang der Strecke funktionierte, geschieht heute fast vollständig über eine moderne GPS-Ortung der Fahrzeuge gekoppelt mit einer ständigen Datenfunkverbindung mit der Ampelsteuerung der Stadt Bielefeld.
Im Jahr 1983 entschied der Rat der Stadt Bielefeld, das Förderprogramm F’81 zu finanzieren. Dieses umfasste einen nahezu flächendeckenden Ausbau der Ampeln in Bielefeld mit einer Vorrangschaltung für Busse und Stadtbahnen. In der Folge wurden viele Infrarotempfänger entlang der Straßen und Schienen verbaut, welche eine Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ampelanalgen ermöglichte.
Auf dem ersten Bild seht ihr die Anfänge der Vorrangschaltung: An den Fahrzeugen sind diese sogenannten RBL-Baken (RBL = Rechnergestütztes Betriebsleitsystem) verbaut, welche über ein Infrarotsignal einige Informationen wie Linie und Fahrtziel absenden. Diese Information wurde wiederum von den RBL-Baken empfangen, die entlang der Stadtbahnstrecken verbaut sind und beeinflussen damit die Ampelsteuerung zugunsten des ÖPNV.
Auf dem zweiten Bild seht ihr, welche Technik heutzutage zum Einsatz kommt: An den Ampeln befinden sich kleine Funkempfänger, welche eine Datenfunkverbindung zu den Stadtbahnen, Bussen und dem Zentralrechner der Stadt herstellen. Die Fahrzeuge senden in kurzen Intervallen ihre GPS-Position und die aktuelle Fahrplanabweichung. Für jeden Ampel sind mehrere Punkte definiert, an denen sich ein Fahrzeug anmeldet, wann genau die Phase geschaltet wird und wo es sich wieder abmeldet. All das geschieht vollautomatisch im Hintergrund.
Die alten Infrarotempfänger an den Fahrzeugen gibt es weiterhin, sie haben allerdings nur noch wenig Nutzen. Lediglich an ein paar wenigen Stadtbahnhaltestellen werden sie noch für die Ansteuerung der dynamischen Haltestellen verwendet. An einigen Streckenabschnitten sind die RBL-Baken noch zu sehen. Achtet mal bei eurer nächsten Fahrt mit Bus und Stadtbahn darauf – vielleicht entdeckt ihr ja die eine oder andere. Tipp: Die meisten findet ihr auf den Streckenabschnitten Brackwede Bahnhof–Landgericht und Sieker–Landgericht.
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