Der Tunnelbau machte in den späten 80er-Jahren große Fortschritte, sodass der erste provisorische Gleisanschluss in Richtung Tunnel verlegt werden konnte. Im Jahr 1988 war es soweit: An der frisch gebauten Tunnelausfahrt Sudbrackstraße wurde in Richtung stadtauswärts ein Gleis zur Schildescher Straße verlegt, um Stadtbahnfahrzeuge in die Tunnelanlagen einfahren zu können – unter anderem für zahlreiche Tests.
Auf dem ersten Bild könnt ihr diesen Übergangszustand sehr gut sehen: Am 01.10.1988 wird M8C 516 vom Unimog 251 auf dem neu verlegten Gleis aus dem Tunnel gezogen. Dies war notwendig, da zu diesem Zeitpunkt noch kein Fahrdraht gespannt war, an der Oberfläche fehlten zudem (wie hier) noch Oberleitungsmasten.
Fast genau 10 Jahre zuvor sah es ganz in der Nähe der Sudbrackstraße noch vollkommen anders aus. Die alte Straßenbahnstrecke zwischen dem Hauptbahnhof und der damaligen Haltestelle Stadtwerke verlief zunächst entlang der Herforder Straße und unterquerte dann mit einer Rampe die Eisenbahnstrecke, wo es ein Abzweig wie im zweiten Bild zu sehen gab. An dieser Stelle zweigte die Linie 1 links Richtung Schildesche ab, nach rechts ging es zur Tunnelhaltestelle Beckhausstraße. Vom damaligen Straßenbahnbetrieb ist an dieser Stelle heute gar nichts mehr zu sehen, lediglich der Notausstieg in der Nähe lässt auf das heutige Tunnelbauwerk deuten. Die Rampe zur Herforder Straße gibt es nicht mehr, nur noch einen Fuß- und Radweg. Von der Bahnunterführung geht es heute nach einer engen Kurve steil zur Herforder Straße hoch und knüpft als südliches Ende der Schildescher Straße an diese an.
📸 Ralf Wittenberg (Bild 1), Christoph Beyer (Bild 2)
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